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Geschichte Harmundias
Die Flamboyanzimperien
Anfangs war Harmundia in drei große Imperien unterteilt. Die ersten beiden, Moden-Hen´ und Septentrion, zerfielen noch während
der Flamboyanz in einzelne Königreiche. Das dritte, Armgard, erlitt in der ersten Epoche des Zwielichts dasselbe Schicksal.
Moden-Hen´
Moden-Hen´ war nicht nur das größte und reichste Imperium des Kontinents, sondern auch das opulenteste. Alten Legenden zufolge
brauchte es für einen Bürger Moden-Hens´ mehrere Wochen, um die riesigen Wälder des Reiches zu durchqueren, und für
einen Fremden gar mehrere Monate.
Eines Tages entdeckte ein argloser Reisender, von dem in einer keschitischen Legende bis heute im Flüsterton gesprochen wird, auf dem Grund
einer Gletscherspalte eine Sphäre, die in das Felsgestein Harmundias hineingehauen worden war. Die Legende berichtet weiter, wie der Reisende
die Sphäre zerbrach und ein schreckliches Feuer in den Flamboyanzimperien entfesselte, ein Feuer, das von den ersten Erleuchteten in dieser
Sphäre eingeschlossen worden war. Befreit von seinem steinigen Gefängnis, explodierte es und wuchs heran zu einem Flammensturm. Dieses
Feuer der Urzeiten fegte durch die fruchtbaren Täler der Draakenberge und verheerte alles auf seinem Weg. Dann erlosch die Feuerflut plötzlich
und hinterließ im Herzen der Draakenberge nur einige wenige Überlebende, die sich jählings von einem endlosen Ozean verbrannter
Erde umgeben sahen: Kesch.
Das Zentralmassiv der Berge schützte den südlichen Teil des Imperiums vor diesem Feuersturm und den Wellen erstickenden Rauches, aber
der Wald von Frabourg verlor all seine Bäume mit Ausnahme der wenigen letzten Königsbäume, welche die Quelle der berühmten
moden-hener Handwerkskunst waren. Nach einem Jahrhundert, in dem die keschitischen Stämme nördlich der Berge eine heldenhafte und legendäre
Epoche durchlebten, entwickelte sich in dieser Südregion eine kleinere Struktur dessen, was einst das Imperium von Moden-Hen´ gewesen
war, ein Zusammenschluß von Staaten, die sich Marschen von Modehen nannten.
Die Medusen, die vormals so zahlreich in Moden-Hen´ anzutreffen waren, fanden dagegen eine Zuflucht in den südöstlichen Tälern
des Imperiums.
Das Imperium von Septentrion
Die Entstehung der Wüste von Kesch führte auch zum Untergang des septentrinischen Imperiums. Obwohl die brennenden Winde, welche die
königsbaumreichen Wälder von Moden-Hen´ verwüstet hatten, nicht über die Draakenberge gelangen konnten, stürzte
der Zusammenbruch des Handels mit dem südlichen Kontinent die Wirtschaft Septentrions in eine schwere Notlage. Die Bewohner der nördlichen
Provinz Moden-Hens´ mußten sich auf Plünderungen der weiter im Norden liegenden, reichen Täler verlegen, und die Stadtstaaten
in diesen Tälern sahen sich gezwungen, weiträumige militärische Unternehmungen einzuleiten, mit denen die Plünderer an die
Küste zurückgeworfen wurden.
Aber durch die Hilfe der in den umliegenden Bergen lebenden Draaken und armgardischer Abtrünniger waren die Plünderer in der Lage, sich
gegen die anhaltenden Angriffe der Lords von Septentrion zu schützen. Und sie gründeten einen Staat, der bis in die heutige Zeit hinein
von den anderen Reichen bekämpft wird: die Freibeuterenklave.
Nachdem sie jeden Kontakt zu den keschitischen Stämmen verloren hatten, begannen die Prinzen der Stadtstaaten Septentrions, sich für
die Schätze der primitiven Regionen im Norden des Kontinents zu interessieren, die sie lange Zeit für unwichtig erachtet hatten: Lyphan
und die Wilden Gegenden. Die Prinzengemeinden aber wurden danach von den ehemaligen Sklaven gegründet, die sich ihre Freiheit erkämpft
hatten und an Ort und Stelle blieben.

© Franck Achard / Julien Delval
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(Übers. u. bearb. v. JS)
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