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Genesis Harmundias

Die Eklipse

Und diese Vergeltung sollte er schon bald finden.
Im Verborgenen, verhüllt von einem Mantel und einer samtenen, schwarzen Maske, bereiste er Harmundia. Und während er im Verlauf seiner Reise beobachtete und lernte, ward ihm nicht nur die Kunst der Verkleidung, sondern auch die Fähigkeit zur Veränderung seiner wahren Gestalt zuteil. Er konnte seine Größe wechseln, seine Erscheinung, sein scheinbares Alter, und er wurde besser und besser darin, bis er schließlich die Kunst der Verwandlung virtuos meisterte. Er überschritt alle Grenzen, verweilte in der Nähe der Vollkommenheiten, spähte die Jahreszeitlinge aus und entdeckte am Ende die Möglichkeiten für seine Rache an Janus und den Musen. Er schaffte es, die natürlichen Heiligtümer freizulegen, in denen die Damen der Jahreszeiten wohlbehütet ruhten, und wählte eine von ihnen zur Verführung aus.
Er hing sein Herz an die Dame des Herbstes und machte ihr viele Versprechungen: Ihre Jahreszeit sollte für immer andauern, wenn er erst einmal wieder seine alte Macht über Harmundia besäße, und sie müßte ihren drei Schwestern im Verlauf eines Jahres nicht länger Platz machen. Die Worte und die Ausstrahlung der Maske berührten die Dame tief, und so stimmte sie zu.
Die Maske benutzte sie und befahl ihr, all ihre Macht über die Welt zu entfalten. Der Himmel und die Blätter an den Bäumen wurden goldbraun, die Winde nahmen zu, und alles wurde von Kälte erfaßt. Der Pakt der Dekane, der den Kindern der Jahreszeiten erlaubte, in der von ihnen gewünschten Jahreszeit zu leben, war gebrochen, und voller Schrecken zogen sich die anderen Damen aus ihren Reichen zurück.
Die Maske trug der Dame des Herbstes danach auf, den Seelenkern mit einem Schleier zu überziehen und auch Harmundia zu verdecken. Und er lieh ihr seinen Mantel, der sich wie ein großer Vorhang über die Himmel legte.
Dies war die Eklipse.
Der Schleier des Herbstes verursachte einen Bruch zwischen den Menschen und dem Seelenkern. Der Zyklus der Wiederkehr war unterbrochen, und die Flammen konnten die Toten nicht länger verlassen und in die Herzen von Neugeborenen zurückkehren.
Die Maske hatte das Erbe der Musen erfolgreich von der Inspiration getrennt.

Tänzer, Erleuchtete und Geister
Dieser Bruch hatte große Auswirkungen. Die Flammen zerstoben in drei Teile entsprechend den drei Grundelementen, die bei ihrem Erschaffungsritual vereinigt worden waren: die Musen, Diurn und die Menschen. Und weil die Flammen unfähig waren, den normalen Lauf ihres Zyklus fortzusetzen, gingen sie unterschiedliche Wege und gebaren die Tänzer, kleine Wesen aus der Lebensessenz Diurns. Diese Wesen findet man noch heute, und sie besitzen einige sonderbare, erstaunliche Eigenschaften, die ihnen eine zentrale Rolle in einem magischen Zweig zuweisen, den man Askendanz nennt. Alle Tänzer, die heute existieren oder jemals in der Vergangenheit existiert haben, wurden in diesem einen Moment der Eklipse geboren; und es gab niemals andere.
In jener Epoche nun wurden die inspirierten Menschen, deren Flamme den höchsten Grad erreicht hatte, Erleuchtete, Luminare oder Ingenia genannt. Im Moment ihres körperlichen Todes aber waren sie unfähig, den Seelenkern zu erreichen, und sie waren gezwungen, in Harmundia umherzuschweifen.
Zudem wurden die Glanzlosen, die uninspirierten Menschen, immer zahlreicher, weil die Flammen nicht länger vom Seelenkern zurückzukehren vermochten. Diese Menschen konnten keine Erleuchteten werden, aber wenn sie ein außergewöhnliches und erinnerungswertes Leben geführt hatten, war es ihnen auf der anderen Seite gegeben, sich zum Zeitpunkt ihres Todes in Geister zu verwandeln, in Phantome, die aus der Substanz menschlicher Erinnerungen gemacht waren.
Die Musen, die einst entschieden hatten, sich in der Flamme zu bewahren, fanden sich zerrissen, zerbrochen und neu verteilt in den Flammen wieder, die die Herzen der Inspirierten anfüllten, in den umherwandernden Erleuchteten und im Seelenkern, der von Harmundia abgetrennt war.

Splitter
Zu dieser Zeit kristallisierte sich durch die großen Verwerfungen auch die Aura der Musen und fixierte die Magie in Harmundia, und fortan konnte kein normaler Sterblicher mehr Magie wirken. In der Ära der Musen waren die Menschen beschenkt worden mit den besonderen Kräften und Talenten, die ihnen die Musen zu überlassen wünschten, und sie gebrauchten die Inspiration zur Schaffung großartiger und verzauberter Werke, den Opera. Aber vom Moment der Eklipse an wurde die Aura der Musen, die Inspiration, plötzlich befreit und verteilte sich über die ganze Welt, bis sie sich in der Form einer kristallinen Substanz verfestigte, die man Splitter nannte. Die Relikte aus der Flamboyanz sind zur Gänze aus Splittern gestaltet worden oder enthalten wenigstens eine gewisse Menge davon.
Splitter sind der grundlegende Stoff für die Magie der Sterblichen.

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(Übers. u. bearb. v. JS)

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