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Die Reiche Harmundias

Freibeuterenklave

Reichswappen: Segelschiff
Altes Imperium: Septentrion
Regierung: Demokratie
Hauptstadt: Tortage-la-Rouge
Sprache: Freibeuterlingo (auf Basis des Urgamischen)
Schrift: Armgardisch
Klima: mediterran (Küste: 2-5°C im Winter, 25°C im Sommer; Inland: ca. -5°C im Winter, 30-35°C im Sommer)
Geld: 1 Pistole = 100 Messer (= 10 GM)
Ressourcen: Fleisch, Fisch, Maritimprodukte
Tänzer: gewöhnlich
Dämonen: selten
Population (%): Menschen 50, Gnome 20, Oger 10, Medusen 10, Zwerge 5, Satyrn 5


© Cyrille Daujean / Lord Khony, dt. v. JS

Geographie und Klima
Das Innere dieses Landes ist sehr bergig, voller Draaken und durchsetzt mit kleinen, aktiven Vulkanen. Chaos regiert dieses Gebiet bizarrer Felsformationen und tiefer Schluchten. Eine flache Hügelkette - die Widerlager - bildet eine natürliche Grenze zwischen dieser harschen und brutalen Landschaft auf der einen Seite und der Küstenlinie am Ebenholzgolf auf der anderen; de facto trennt sie das Draakenterritorium und die Freibeuterenklave voneinander ab. Niemand hat bisher die offiziellen Grenzen der Enklave inklusive des Draakengebietes angefochten, aber es ist ein offenes Geheimnis, daß das Land der Freibeuterenklave im Westen an den Widerlagern endet.
Das eigentliche "Reichsgebiet" der Freibeuter ist ein breiter Land- und Küstenstreifen östlich der Widerlager. Es gehört den Bukanieren, wie sich die Freibeuter selbst gerne nennen, die darüber hinaus vor den Küsten des Festlandes ein weiträumiges Archipel zahlreicher Vulkaninseln unterschiedlicher Größe beherrschen. Diese Inseln sind durchzogen von kleinen Flüssen, was sie zu idealen Ankerplätzen für kleinere Schiffe macht.
Tortage-la-Rouge, die größte Stadt der Enklave, liegt am Rande eines großen natürlichen Hafens, der mehr als vierzig Galeonen sicher aufnehmen kann. Das steinige Flachland hinter der Küste ist recht trocken, aber nicht arm an Wasserstellen, die unterirdischen Quellen entspringen oder in glasartigen Einschlüssen des Lavagesteins zu finden sind. Darüber hinaus fließt viel Regenwasser durch die unzähligen Lavarinnen auf und unter der Erde, so daß die Freibeuter über mehr Trinkwasser verfügen, als sie je benötigen werden.
Hoch über den Flüssen und Häfen ragen steile Berggipfel in allgegenwärtige Wolken hinein. In den Tavernen Tortages munkeln betagte Seebären Geschichten von uralten Ruinen, die hin und wieder durch Lücken in den Wolken zu erspähen sein sollen, und sie berichten von einem grauenvollen Kreischen, das in Vollmondnächten von den Spitzen der Berge, tief aus den Wolken heraus auf das Meer herabschallt. Kein Bukanier wird zugeben, in Furcht vor dem geheimnisvollen Unbekannten zu leben, das dort oben hinten den Wolken sein mag, aber niemand hat es bisher gewagt, die Gipfel der Berge zu besteigen.
Davon abgesehen ist es ebenso möglich, auf seltsame Konstruktionen zu stoßen, die mitten aus dem Meer emporsteigen und für Schiffe so fatal sein können wir scharfe Korallenriffe. Es handelt sich dabei um Überreste der Flamboyanz, die aus dem Meer auftauchen wie kleine Inseln.
Die meisten besiedelten Gebiete der Freibeuterenklave haben ein angenehm mediterranes Küstenklima mit ganzjährig komfortablen Temperaturen. Ein beständiger Ostwind, Pfeife genannt, sorgt für kühlende Luft, gute Laune bei den Seeleuten und volle Segel bei den Schiffen, die westwärts fahren. Je weiter man aber ins Inland vorstößt, desto trockener, heißer und kontinentaler wird das Klima. Im Sommer steigen die Temperaturen bis zu großer Hitze stark an, im Winter fallen sie zeitweise sogar unter den Gefrierpunkt.
Die vulkanischen Inseln vor der Küste der Freibeuterenklave bieten dagegen ein fast schon tropisches Klima mit der typischen Vegetation aus Palmen und exotischen Pflanzen, die man in solchen Breiten findet. Die hohen Abhänge sind mit fruchtbarer Erde bedeckt und reichlich bewachsen. Schneeweiße Wolken verfangen sich immer wieder an den Spitzen der Berge und Vulkane, wo sie in einem atemberaubenden Spiel aus Wasser, Licht und Nebel abregnen.


© Boris Courdesses

Flora und Fauna
Zahlreiche verschiedene Vögel, Nagetiere und Kumpai, eine kleine Ziegenart, sind im Küstengebiet und auch auf den einzelnen Inseln anzutreffen. Die Bukaniere haben dieser Population weitere Tiere aus dem restlichen Harmundia hinzugefügt, unter anderem die sogenannten Molosser, eine große Hunderasse. Einige dieser Hunde sind ihren Herrn entkommen und haben sich zu großen Rotten zusammengeschlossen, die im Land umherstreifen und mit Vorliebe einzelne Wildtiere oder Nutzvieh reißen. Ansonsten gibt es aber keine gefährlichen Tiere in der Freibeuterenklave. Das Meer allerdings bietet ein anderes Bild: Es ist die Heimat von Kraken und Walen aller Größen, Delphinen und Haien. Darüber hinaus machen Sirenen in bemerkenswerter Zahl die Seefahrt unsicher, und es ist nicht ungewöhnlich, daß Seeleute, die sich zu dicht an Gesteinsformationen heranwagen, liebliche Fetzen des Sirenengesangs erhaschen.
Die Flora ist typisch für eine Region dieses Klimas und fruchtbarer Böden: üppig und artenreich. Berühmt ist die Enklave für ihre wunderschönen Orchideen und besonders für die Purprette, eine Pflanze, die nur hier wächst. Zerreibt man ihre purpurnen Blütenblätter zu einer speziellen Paste, kann man damit sogar kleine Lecks in Schiffen flicken.


© Boris Courdesses

Wichtige Metropolen und Städte
Die Städte der Enklave wurden um gewaltige Landungsbrücken herum gebaut, die Flottillen genannt werden. Auf dem Festland ziehen sie die Küstenlinie und Uferausbuchtungen nach und sind umgeben von einem bunten Mischmasch aus Booten und schwimmenden Häusern, die vor Aktivitäten nur so strotzen. Auf den Inseln sind die Flottillen dagegen in den größeren Buchten installiert worden. Heutzutage kann allerdings keine dieser seltsamen schwimmenden Städte mehr wachsen, und die Bukaniere müssen sich neue Plätze mittels des "Ozeans" kaufen, einem komplizierten System jährlicher Zahlungen, die vom Helm eingetrieben werden.
Im Inland findet man nur entlang der Widerlager einige befestigte Siedlungen - die Einfriedungen. Dies sind zumeist Jagdlager und Bollwerke gegen die Draaken.
Tortage-la-Rouge ist eine verhältnismäßig kleine Stadt und die erste Flottille, die vom berühmten Rigello gegründet wurde. Viele Häuser stehen mittlerweile auf hölzernen Stelzen, und der Hafen ist zu einem wichtigen und großen Umschlagplatz für Waren aller Art geworden. Der Helm, die wichtigste politische Institution der Freibeuter, hat seinen Hauptsitz hier. Alle Aktivitäten der Stadt haben irgendwie mit dem Meer zu tun, und wenn man über die endlosen Planken und Hängebrücken zwischen den Gebäuden flaniert, ist es eine Freude, die Seeluft zu spüren, den Geruch der frisch gefangenen Fische zu riechen und den Klang hunderter verschiedener Stimmen zu vernehmen.
Freifort ist die größte Einfriedung an den Widerlagern. Es liegt in der Mitte eines von den Bukanieren errichteten Sicherheitskordons, und seine große Bevölkerung legt eine beachtliche Aktivität an den Tag, die auf dem "Boucanieren" beruht, dem alten Piratenbrauch der Jagd und der Zubereitung und Verfeinerung von Räucherfleisch. Innerhalb der starken und hohen Palisaden aus Hartholz, die mit Schützenluken und Wehrgängen ausgebaut wurden, befinden sich zahlreiche Lederzelte und Lehmhäuser, die unter anderem als Lagerplätze genutzt werden und den Eindruck erwecken, man befinde sich nur in einem vorübergehenden Jägerlager.

Geschichte
Der Legende zufolge wurde die Freibeuterenklave von Rigello entdeckt, einem urgamischen Piraten, der der Gerichtsbarkeit des Ersten Barons in Urgamand entflohen war. Als Rigello die Befestigungen der urgamischen Küstenstädte zu mächtig empfand, begann er mit der Plünderung der küstennahen Siedlungen der Marschen von Modehen. Die beiden Reiche setzten jedoch einen hohen Preis auf seinen Kopf aus, so daß er sich gezwungen sah, in die Weiten der Meere zu fliehen. Nach längerer Fahrt fuhr er in den Ebenholzgolf ein und entdeckte ein Archipel bewohnter Inseln, die einer Enklave urbaren Landes vorgelagert war, das Rigello daraufhin Freibeuterenklave nannte. Das Territorium besaß üppige Fruchtbäume, Kleinwildbestände, frisches Wasser und besten Boden; es war für eine Ansiedlung wie geschaffen.
Rigello gründete eine kleine Siedlung auf einer Insel wenige nautische Meilen vor der Küste und gab ihr den Namen Tortage in Anlehnung an die Riesenschildkröten, die zum Eierlegen an die Strände der Insel krochen. Auf dieser Insel blieb der Piratenkapitän über ein Jahr, bis er wieder an die Gestade des Kontinents zurückkehrte. Seine erneuten seeräuberischen Aktivitäten zeitigten jedoch wieder keinen Erfolg, und schon wenig später mußte Rigello auf der Flucht vor seinen Häschern in Tortage Unterschlupf suchen. Die Männer, die dort geblieben waren, haben aber allen Reisenden von Rigellos Fahrten und Abenteuern in Urgamand und Modehen erzählt, und es dauerte nicht lange, bis auch andere Freibeuterkapitäne nach Tortage kamen.
Rigello aber sah diese Kapitäne als Rivalen an, forderte einen nach dem anderen heraus und tötete sie alle. So wurde er der unbestrittene Herr über die Region, und die Inselstadt, die nun vom Blut der Getöteten troff, war fortan bekannt als Tortage-la-Rouge - "Das blutrote Tortage". Rigellos Untaten blieben aber nicht lange ungesühnt, denn seine Mannschaften schlossen sich zusammen und entblößten Rigello von all seiner Autorität. Um eine Wiederholung dieser blutigen Zeit zu verhindern, wurde danach eine Gruppe ins Leben gerufen, die künftig die wichtigen Entscheidungen in der Enklave treffen sollte - der Helm.
Die Region wurde nun eine Zuflucht für Seeräuber aller Art und Herren Länder, Wagemutige, die im Laufe der Zeit auch begannen, das Inland der Enklave näher zu erforschen und die Widerlager zu überqueren. Als sie dabei auf die feindlichen Draaken stießen, entfesselte sich ein brutaler Krieg, in dessen Verlauf die Bukaniere bis in die Küstengebiete hinter den Widerlagern zurückgeworfen wurden. Diese bittere Erfahrung bewog die Freibeuter, sich mit dem Territorium an der Küste, den Inseln und den Weiten des Meeres zufriedenzugeben. Von Zeit zu Zeit überfallen sie die Küstenstädte der anderen Reiche, die schon häufiger versucht haben, die Freibeuter zu stellen und zu vernichten, aber die Bukaniere konnten immer entkommen.
Die Freibeuterenklave wird von ihren Bewohnern bemerkenswert gut verwaltet, und die mächtigen Galeonen der Bukaniere beherrschen die östlichen Meere Harmundias. Heutzutage sind sie zwar weniger gefährlich als noch vor hundert Jahren, aber die Freibeuter sind nach wie vor ein Stachel im Fleisch aller ehrbaren Schiffskapitäne der Orionsee.


© Boris Courdesses

Politik und Diplomatie
Die Bukaniere unternehmen für gewöhnlich alles, um ein Zusammentreffen mit den schweren Militärschiffen Urgamands und Modehens zu vermeiden. Darüber hinaus hat Königin Séneca von den Witwenländern vor kurzem geschworen, die Inseln der Enklave vom Freibeuterabschaum zu säubern. Dieser Schwur ist keine hohle Phrase, denn in den Schiffswerften der Witwenländer entstehen im Augenblick viele schnelle Kriegsschiffe mit dem Ziel, die Bukaniere auf den Meeren zu suchen und gnadenlos auf den Grund des Meeres zu schicken. Ob sie diesen Plan verwirklichen können, selbst untergehen oder in die Hände der Freibeuter gelangen werden, wird die Zeit zeigen.
Generell gilt, daß aller Reiche Schiffsmannschaften, die in der Orionsee oder auf dem Azurmeer unterwegs sind, die Bukaniere verachten. Die Keschiten, Prinziner und Modehener greifen ein Schiff der Freibeuter sofort an mit dem festen Willen, es zu vernichten. Doch voller Gehässigkeit schaffen es die Freibeuter nach wie vor, die bedeutenste Macht der östlichen Meere und entlang der Widerlagerhügel zu sein. Sie organisieren Piratenexpeditionen nach Kesch und in die Prinzengemeinden, und der Holzhandel hat dabei ihre besondere Aufmerksamkeit, denn da sie beständig auf große Holzmengen angewiesen sind, gehören sie zu den großen Abnehmern dieses wichtigen Rohstoffes.
Aber auch die Bukaniere sind nicht frei von Haß, der bis in ihre Haarspitzen den Draaken gilt. Zwar haben die Widerlager die Grenze zwischen den beiden verfeindeten Territorien wirkungsvoll markiert, aber jede kleine Konfrontation zwischen Draaken und Freibeutern ist ein Vorwand für Explosionen der Gewalt. Somit ziehen es die beiden Gegenspieler vor, sich möglichst aus dem Wege zu gehen.

Gesellschaft
Die Gesellschaft der Freibeuter beruht auf familiären Strukturen. Jedes Stückchen Land, ob natürlich oder künstlich erschaffen, bietet einer Flottille Schutz. Jede Flottille wiederum kontrolliert einige Schiffe, deren Kapitäne an Bord die unbestrittenen Herrscher sind. Eine Flottille setzt sich weiterhin aus mehreren speziellen Familien zusammen, die jeweils einen sogenannten Lotsen bestimmen, der sie anführt und im Helm vertritt.
Der Helm: Dies ist die Vereinigung aller Lotsen, und ihre Hauptaufgabe ist die Festsetzung des "Ozeans", eines komplizierten Systems jährlicher Beitragszahlungen, das für die Freibeutergemeinschaft charakteristisch ist. Der Helm bestimmt ebenso die Regeln für Reisen, und Matrosen, die sich einschiffen, müssen eine Art Lebensversicherung abschließen, um für ihre Daheimgebliebenen vorzusorgen. Wenn Kapitäne sich auf eine Fahrt vorbereiten, erhalten sie vom Helm spezielle Missionsbefehle, die im Laufe der Reise für das Wohl der Gemeinschaft unbedingt auszuführen sind.
Die Flottillen: Flottillen nennen sich die seltsamen schwimmenden Ansammlungen von Schiffen, Häusern und Flößen, die sich, wie verzerrte Arme, über das Meer erstrecken. Sie alle haben barocke Namen, die aus der Harmonie mit ihrer natürlichen Umgebung heraus entstanden: Walzahn, Qualle, Seepferd oder sogar Singender Felsen.
Die Familien: Die Bukaniere finden sich in Familien zusammen, die ihren speziellen Befähigungen entsprechen. Es gibt fünf dieser Familien, die eng mit dem Meer verbunden sind und in unterschiedlicher Zahl in jeder Flottille vertreten sind: die Händler, die Schiffsbauer, die Steuermänner, die Matrosen und die Fischer. Auf dem Festland gibt es noch eine sechste Familie: die Uferbukaniere. Die Freibeuter mußten wegen der Bedrohung durch die Draaken eine Reihe von Befestigungen errichten, um ihr Land zu schützen. Die Uferbukaniere bemannen sie als Wächter und sind darüber hinaus als hervorragende Jäger bekannt, die ihrer Arbeit mit großem Eifer nachgehen.
Die Schiffe: An Bord der Schiffe besitzen die Kapitäne, die immer aus einer der fünf Familien stammen, die absolute Macht. Sie bekommen die Missionsbefehle vom Helm und stellen sicher, daß der Codex, der von den Vorfahren erstellt wurde, respektiert und eingehalten wird. Die Hierarchie auf einem Schiff setzt sich wie folgt fort: Navigator (Schiffsmagier) und Steuermann, Schiffsarzt, Lademeister, Matrose, Schiffsjunge, Hure und zuletzt Sklave. Das einzige Gesetz an Bord ist das Gesetz des Schwertes. Jedermann hat jederzeit das Recht, den Kapitän zu einem Duell zu fordern und seinen Platz einzunehmen, und ihm werden dafür keine Schranken gesetzt mit Ausnahme seines Willens, zu kämpfen und zu gewinnen.
Die Chiffrenmagier: In der Enklave ist dem Praktizieren der Magie keine Grenze gesetzt, aber es verwundert nicht, daß die Eklipsisten am häufigsten vertreten sind. Jedes Bukanierschiff hat einen eigenen Schiffsmagier, dessen ausgezeichnetes astronomisches Wissen dafür verantwortlich ist, das Schiff anhand des Himmels und der Sterne auf Kurs zu halten. Aus diesem Grunde sind die Eklipsisten unter den Freibeutern nicht nur einflußreich, sondern auch hoch geachtet.
Die Frauen: Es gibt nicht viele Frauen in der Freibeuterenklave. Viele von ihnen sind Metzen der Kapitäne oder Kurtisanen, die auf den Brücken von Tortage-la-Rouge flanieren. Diejenigen von ihnen, die ihre Reize verloren haben, leiten häufig Etablissements von zweifelhaftem Ruf oder andere Geschäfte, um genug Geld für die Rückkehr zum Festland zu verdienen. Nicht wenige der älteren Frauen sterben auch einfach durch Hunger und Entbehrungen.


© 7th Sea

Wirtschaft und Handel
Die Haupthandelsgüter der Freibeuter sind die Erzeugnisse des Meeres, und es war ein langer Weg seit den alten Tagen des "Boucanierens", das heutzutage den Uferbukanieren überlassen wird. Die Matrosen bevorzugen die Waljagd in den warmen Regionen des Meeres, und der Handel mit Sirenen ist zwar gefährlich, aber dafür florierend und äußerst lukrativ; besonders in den Prinzengemeinden zahlt man Unsummen für eine Sirene. In regelmäßigen Abständen verlegen sich die Freibeuter auch wieder auf Akte der Piraterie, um ihre Legende am Leben zu halten.
Ihre Könnerschaft im Schiffsbau bedarf keiner weiteren Erläuterung. Zwar wurden dadurch weite Teile des Landes abgeholzt, was zu einem Engpaß an Rohstoffen führte, aber die Schiffe der Bukaniere sind ohne Frage die schnellsten und wendigsten ganz Harmundias. Die Freibeuter lassen sich auch keine Gelegenheit entgehen, kleine Vermögen zu machen, indem sie ihre Fertigkeiten in den Dienst anderer Werften und Schiffseigener stellen, aber natürlich geben sie ihr Wissen niemals an Landesfremde weiter. Auch in der Herstellung von äußerst widerstandsfähigen Fischernetzen und leichten, scharfen Harpunen sind die Freibeuter unübertroffen.
Man kommt also nicht umhin festzustellen, daß die Bukaniere die mit Abstand besten Schiffsbauer und Seeleute der Welt sind.

Magie in der Region
Die Bruchstellen: Nahe den Flotillen der Festlandsküste, mitten im offenen Meer, erheben sich gigantische Türme aus dem Wasser, die man die "Bruchstellen" nennt. In ihrer Nähe gibt es so unerschöpflich reiche Vorkommen an Seetang und Meeresfrüchten, daß die Bukaniere dadurch weitgehend autark werden konnten. Diese Türme aus der Zeit der Flamboyanz werden von den Fischern als Unterwasserfarmen benutzt, und die Leute, die dort häufig arbeiten oder sogar leben, haben unglaubliche amphibische Fähigkeiten entwickelt. Einige Türme zeigen durch Erosion Spuren von Verfall, aber wenn das geschieht, beeilen sich die Bukaniere, deren Fundamente mit Hilfe der Magier und der Baumeister des Winkelordens wieder zu verstärken.
Die Heiligen Kacheln: Diese magischen Wunder sind große Fresken, die während der Flamboyanz von inspirierten Vistakünstlern angefertigt wurden. Man findet die Kacheln an den Wänden der Hauptresidenzen der Familienoberhäupter. Durch jede dieser Kacheln kann man in atemberaubend schneller Zeit direkt in den Palast des Helms in Tortage-la-Rouge gelangen, ohne einen Fuß aus dem Haus und in ein Boot setzen zu müssen. Und wenn ein schwerer Sturm naht, erlauben die Kacheln darüber hinaus die schnelle Evakuierung der einzelnen Flottillen.
Die Insel des Dunklen Mannes: S. unter Orte.

Reisebedingungen
In der Freibeuterenklave gibt es so gut wie keine Straßen, denn jegliches Reisen erfolgt normalerweise per Schiff. Wagemutige, die sich in das Inland der Enklave begeben, sollten stets äußerst vorsichtig sein, weil die vulkanischen und ausgedörrten Berge die Heimat zahlreicher Gruppen wilder Draaken sind.

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(Übers. u. bearb. v. JS. © Bild mittig: 7th Sea)

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